Geschichte

Die Geschichte des Deutschen Jugendrotkreuzes

 

1914 Erste Jugendrotkreuzorganisation in Kanada

27. Mai 1925 Gründung des Deutschen Jugendrotkreuz in Berlin durch den DRK-Hauptvorstand

20er Jahre In den ersten 5 Jahren konnten bereits über 100 Jugendrotkreuzgruppen gegründet werden.

 

30er Jahre Die Entwicklung der Mitgliedergewinnung an den Schulen mittels der „Schulbriefe“ und der Zeitschschrift „Deutsche Jugend“ ging rasant voran, dass schon 1932 über 1100 Gruppen mit über 30.000 Mitgliedern existierten.

1936 Die Zeitschrift „Deutsche Jugend“ wurde von den Nationalsozialisten verboten. Damit gab es faktisch keine Jugendrotkreuzarbeit mehr.

ab 1947 Der Wiederaufbau des JRK begann  in der Amerikanischen Besatzungszone(Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen). Der bayerische Gründungsbeschluss war der erste, und datiert auf den 18. Oktober 1947.

1952 In der Bundesrepublik erscheint die bundesweite Zeitschrift „Jugendrotkreuz und Erzieher“.

60er/70er Jahre In der Zeit der Friedens- und Studentenbewegung setzen sich Jugendrotkreuzler kritisch mit ihrem Verband auseinander und entwickeln neue Ziele. Die Teilnehmer/-innen des Bundestreffens 1971 setzen sie sich verstärkt für politische Bildungsarbeit ein.

Oktober 1974 Nach hitzigen Auseinandersetzungen verabschiedet das DRK-Präsidium und der Präsidialrat eine neue Ordnung des Jugendrotkreuzes mit folgenden Zielen:
– soziales Engagement,
– Einsatz für die Gesundheit,
– Bemühen um Frieden und Völkerverständigung,
– politische Verantwortung.

70er/80er Jahre Durch verschiedene Schul- und Bildungsreformen wird die Arbeit des Jugendrotkreuzes in West-Deutschland in den Schulen immer schwieriger. Schularbeit tritt hier mehr und mehr in den Hintergrund und das Jugendrotkreuz wird zu einem klassischen, außerschulischen Jugendverband.

1991 Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wachsen die 5 östlichen und 14 westlichen Landesverbände des Jugendrotkreuzes zusammen.

90er Jahre Das DJRK engagiert sich mit Schulsanitätsdienstgruppen wieder verstärkt in den Schulen. Jugendrotkreuzler bieten außerdem Lehrerfortbildungen, Erste-Hilfe-Unterricht und Projekttage an.

1994/1995 Die Arbeit des DJRK steht unter dem Motto „Farbe bekennen – Menschlichkeit zeigen“. Ziel des Jahresthemas ist es, auf Probleme benachteiligter Kinder aufmerksam zu machen und sich für eine menschliche, solidarische und gewaltfreie Welt einzusetzen.

seit 1994 Das DJRK ernennt Kinderbotschafter/-innen: Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 15 Jahren setzen sich für die Bedürfnisse von Kindern ein und bestimmen bei wichtigen Entscheidungen mit. Bis heute wird kontinuierlich an dem Auf- und Ausbau eines Kinderbotschafternetzes gearbeitet.

1996 Unter dem Motto „Farbe bekennen – Menschlichkeit zeigen“ setzt sich das DJRK dafür ein, behinderte Kinder stärker als bisher in das Verbandsleben zu integrieren.

Eine Mitgliederumfrage zeigt, dass zwischen den Landesverbänden große Unterschiede bestehen: Während es in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen nur zwischen 300 und 500 Jugendrotkreuzler gibt, haben die großen Landesverbände wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein zwischen 5 000 und 15 000 aktive Mitglieder.

 

1997 Das DJRK setzt sich mit Kinderrechten und der Mitbestimmung von Kindern auseinander und befragt 700 Jugendrotkreuzler zur Situation von Kindern im JRK. Die Umfrage macht deutlich, dass es in Sachen Kinderpartizipation noch viel zu tun gibt. Ein Ergebnis der Aktion ist die Arbeitshilfe „Neue Wege gehen – mitreden – mitentscheiden – mithandeln“. Außerdem wird das Netz der Kinderbotschafter weiter ausgebaut.

1999 Die Kampagne „Kindersoldaten – Youth must act“ startet. Das DJRK setzt sich für Kindersoldaten weltweit ein. Es fordert zusammen mit anderen Organisationen ein Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, das das Mindestalter für Soldaten auf 18 Jahre festlegt. Das Zusatzprotokoll wird 2000 verabschiedet: Es verbietet die Zwangsrekrutierung und die Teilnahme von Jugendlichen unter 18 an bewaffneten Konflikten.

2001 Die Bundesgeschäftsstelle (DRK-Generalsekretariat) zieht von Bonn nach Berlin. Mit der Kampagne „Bleib‘ COOL ohne Gewalt!“ setzt sich das DJRK mit der zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen auseinander. Ziel ist es, Jugendrotkreuzlern und einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass man Streit ohne Gewalt und Konflikte produktiv lösen kann. Das DJRK beginnt mit dem Aufbau eines Streitschlichternetzes.

2002 Im Juli findet das 13. Internationale Erste-Hilfe-Turnier in Stuttgart statt. Über 600 Jugendrotkreuzler treffen sich dort vier Tage lang unter dem Motto KEEP COOL – STOP VIOLENCE! und wetteiferten um Punkte und Lorbeeren.

2004 Mit der bundesweiten Kampagne „ARMUT: Schau nicht weg!“ (2004 – 2007) setzen sich Jugendrotkreuzler/-innen für arme Kinder und Jugendliche in Deutschland ein.

Mit Aktionstagen, Film- und Theatervorführungen oder Straßenständen machen sie auf das Problem der Kinderarmut aufmerksam. Sie kommen mit Politikern ins Gespräch, um so eine langfristige Verbesserung der Situation zu erreichen, und organisieren Aktionen, mit denen die Benachteiligung armer Kinder reduziert werden kann. Mit Aktionen zur Konsumerziehung und Schuldenprävention hinterfragen Jugendrotkreuzler ihren eigenen Umgang mit Geld und Konsum.

2007 An Pfingsten findet das fünfte JRK-Supercamp statt, bei dem sich über 1000 JRKler/-innen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz in Baden-Württemberg treffen, um gemeinsam Rotkreuz-Spirit zu erleben, zu feiern, Freunde zu finden und in vielen Workshops neue Erfahrungen zu sammeln.

Beim Supercamp fällt auch der Startschuss für die grenzüberschreitende Kampagne „Deine Stärken. Deine Zukunft. Ohne Druck!”, die den wachsenden gesellschaftlichen Druck auf Kinder und Jugendliche zum Thema hat. Mit der Kampagne setzen sich JRKler/-innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Luxemburg dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mehr Möglichkeiten erhalten, ohne Druck ihre Stärken zu entdecken, ihre Fähigkeiten zu testen und Herausforderungen zu meistern.


2010 
Mit der gemeinsamen Initiative „Blut + Jung“ des JRK und der DRK-Blutspendedienste organisierten Jugendrotkreuzler bundesweit kreative und erlebnisreiche Blutspendetermine für junge Erstspender.


2012 
Am Pfingstwochenende beim Supercamp 2012 in Xanten trafen sich rund 1.800 Jugendrotkreuzler aus ganz Deutschland und anderen Ländern Europas zu einem großen Zeltlager mit vielen Workshops.

Highlight war der Start der Kampagne „Klimahelfer – Änder‘ was bevor’s das Klima tut“.  Die Kampagne klärt auf, wie sich extreme Wetterereignisse auf die Gesundheit und Lebensverhältnisse von Menschen auswirken. Der Fokus liegt dabei auf Klimaanpassung.

Mit fünf Forderungen zu den Bereichen Gesundheit, Bevölkerungsschutz, Bildung, Migration, und Klimaschutz bezieht das Jugendrotkreuz Stellung und wird mit mit verschiedenen Aktionen in ganz Deutschland aktiv.